#tagebuch #musik

Frankreich

Nun also Paris. Würde ich in diesem Moment keinen Koffer mit mir führen, hätte ich mir die Haare notdürftig mit Nivea-Creme „blondiert“ und würde wie Christopher Lambert durch den Untergrund eilen. So bleibt mir nur der ehrfürchtige Müßiggang durch die verwinkelte Metro-Haltestelle, die von der Erfindung der Rolltreppe nichts wissen will.

Trotz rudimentärster Französischkenntnisse finde ich den Weg zu meiner Bahn. Ich setze mich zu einer attraktiven Frau, brünett, mutmaßlich Mitte vierzig, die mich mit gezielten Blicken und ihrer Netzstrumpfhose vereinnahmt. Sie holt ihr Telefon heraus, zückt ihre Kopfhörer hervor und heißt mich, keck wie sie ist, mit einem Lied willkommen, das verheißungsvoller nicht sein könnte.

13.04.2014, 16:12 Uhr